Wenn das Erbe angetreten wird Drucken E-Mail

(verpd) In diesem Jahrzehnt wird ein Vermögen von rund zwei Billionen Euro vererbt. Mehr als ein Fünftel des gesamten privaten Vermögens der Deutschen geht in die Hände der nächsten Generation über. In wenigen Jahren werden die Bundesbürger pro Jahr mehr Geld vererben als sie in derselben Zeit neu ansparen.

Vermögensverteilung

Das Vermögen in Deutschland ist sehr ungleich verteilt, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Hälfte der Bevölkerung liegt mit einem Nettovermögen von 15.000 Euro oder weniger deutlich unter dem Durchschnitt von 80.722 Euro, das reichste Prozent hingegen bei mehr als 730.000 Euro pro Kopf.

Die 56- bis 65-Jährigen sind mit einem durchschnittlichen Nettovermögen von 129.418 Euro die finanzkräftigste Altersgruppe.

Anlagen bei Versicherungen stellen den größten Anteil an der gesamten Vermögensbildung. Andere Anlageformen sind häufiger Schwankungen ausgesetzt. Aktien zum Beispiel haben seit 1996 deutlich an Attraktivität verloren, ihre Zuwachsraten sind negativ.

Die nominale Rendite auf das Geldvermögen bewegte sich in den letzten Jahrzehnten zwischen vier und fünf Prozent, im Zeitraum 1991 bis 2006 waren es genau 4,2 Prozent. Da müssen sich Versicherer mit ihrer aktuellen Verzinsung nicht verstecken.

Reform der Erbschaftsteuer

Die Studie erinnert daran, dass die geplante Erbschaftsteuerreform höhere Freibeträge für Familienmitglieder vorsieht. Enkelkinder werden mit Inkrafttreten der Reform besonders begünstigt; ihr Freibetrag vervierfacht sich fast.

Steuerklasse I, Erbe

 


Freibetrag in Euro

alt

neu

Ehegatte

307.500

500.000

Kinder, Stiefkinder, Enkel (wenn Elternteil verstorben)

205.000

400.000

Enkel

51.200

200.000

Eltern und Großeltern

51.200

100.000

Bislang ist Erbschaftsteuer für viele Bürger aber noch kein Thema. Die Studie zeigt auf, dass sogar von den über 60-Jährigen 80 Prozent angaben, sich damit noch nicht beschäftigt zu haben.

Wertvolle Erbschaften

In den Jahren 2001 bis 2010 werden circa 7,9 Millionen Erbfälle eintreten. In nur sechs Prozent der Fälle ist gar kein Vermögen vorhanden, bei weiteren 22 Prozent liegt das Erbe unter 25.000 Euro. Für fast jeden zehnten Erbfall liegt der Wert jedoch über 500.000 Euro. Da lohnt es sich, potenzielle Erben im Bestand kennen zu lernen.

Bedeutende Erbschaften – darunter fallen nach den Autoren bereits Erbschaften ab 25.000 Euro – treten überdurchschnittlich oft in den Altersklassen ab 40 Jahren auf. Besonders zahlreich sind sie wiederum in der Altersklasse ab 50 bis 59 Jahre.

Geerbtes Vermögen wird nur selten komplett ausgegeben. Fast jeder fünfte Erbe (19 Prozent) spart sogar die gesamte Erbschaft und jeder vierte Erbe (24 Prozent) legt zumindest einen Teil auf die hohe Kante.

Die Versicherungswirtschaft hat einige Konzepte entwickelt, mit denen sich das geerbte Vermögen wieder anlegen lässt. Ein Versicherungsfachmann kann helfen, die je nach Risikoprofil richtige Form der Wiederanlage zu finden.

 

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